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Schutzwirkung nach Waldbrand

Aktualisiert: 14. Dez. 2023


WHFF Projekt: 2016.10

Projektleiter: Jean-Jacques Thormann und Massimiliano Schwarz


Das Kurzvideo zum Projekt auf Youtube kann unter folgendem Link angesehen werden: https://youtu.be/VnsTLoexyew



Das wichtigste in Kürze

  • Die Sukzession der Wurzelverstärkung eines Bestandes nach Waldbrand, und damit die Dynamik der Schutzwirkung gegenüber flachgründigen Rutschungen wurden charakterisiert und erstmals quantifiziert

  • Aktuelle Vegetationsentwicklungen in den Waldbrandflächen Visp und Leuk im Wallis, Müstair im Graubünden und Cugnasco im Tessin wurden erhoben und mit alten Datensätzen der WSL verglichen

  • Das Wurzelwerk der Baumarten Fichte, Buche, Edelkastanie, Flaumeiche, Waldföhre, Birke, sowie den Neophyten Götterbaum und Chinesische Hanfpalme im Feld aufgenommen

  • Es gibt einen grossen Unterschied der Wurzelverstärkungsdynamik der einzelnen Baumarten nach einem Waldbrand. Die Waldbrandintensität hat zudem einen erheblichen Einfluss auf die Regenerationsgeschwindigkeit des Systems.

  • Generell ist die höchste stabilisierende Wirkung der untersuchten Baumarten bei der Buche und der Edelkastanie zu erwarten. Die restlichen Baumarten (Waldföhre, Birke, Götterbaum, Hanfpalme) entfalten nur eine geringe Wirkung.



Projektbeschreibung

Wälder sind dynamische Ökosysteme, die verschiedenen Störungen wie Feuer, Stürmen, Krankheiten und Insekten ausgesetzt sind. Diese Störungen sind Teil der natürlichen Dynamik der Wälder, können aber in Schutzwäldern problematisch sein, da sie die Schutzwirkung vorübergehend oder dauerhaft verringern können.


Die Schutzwaldpflege zielt darauf ab, die Walddynamik so zu beeinflussen, dass eine optimale und kontinuierliche Schutzwirkung gewährleistet werden kann. Die Regenerationszeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Zustand des Waldökosystems vor der Störung, der Intensität und Art der Störung, der Art der Naturgefahr und Umweltbedingungen.


Das Ziel dieses Projektes ist es, die Resilienz von Waldökosystemen nach Feuer zu bewerten und die Dynamik ihrer Schutzwirkung gegen flachgründige Rutschungen zu quantifizieren. Insbesondere soll die Zeit, die von den Waldökosystemen erforderlich ist um ein ausreichendes Mass an Wurzelverstärkung zu erreichen, unter Berücksichtigung der verschiedenen möglichen Regenerationsszenarien abgeschätzt werden können.


Dafür wurde die aktuelle Vegetationsentwicklung in den Waldbrandflächen Visp und Leuk im Wallis, Müstair im Graubünden und Cugnasco im Tessin erhoben und mit alten Datensätzen der WSL verglichen. Damit wird der Zuwachs sowie die Veränderung der Baumartenzusammensetzung und der Bestandesdichte ersichtlich. Um die Vegetationsdynamik einzelner Baumarten zu bestimmen, wurden zudem LFI-Datensätze ausgewertet und damit der BHD-Zuwachs jeder Baumart auf unterschiedlichen Höhenstufen eingeschätzt. Als nächstes wurde das Wurzelwerk der Baumarten Fichte, Buche, Edelkastanie, Flaumeiche, Waldföhre, Birke, sowie den Neophyten Götterbaum und Chinesische Hanfpalme im Feld aufgenommen. Einerseits wurden einzelne Wurzeln auf ihre maximal aufnehmbare Zugkraft untersucht, anderseits wurde die Wurzelmenge und Wurzelverteilung ermittelt. Mit diesen Parametern kann mittels dem Root Bundle Modell nach Schwarz et al. (2010b, 2013), die laterale und basale Wurzelverstärkungsdynamik je nach Bestandesdichte und durchschnittlichem BHD, für jede Baumart berechnet werden.



Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse zeigen einen grossen Unterschied der Wurzelverstärkungsdynamik der einzelnen Baumarten nach einem Waldbrand. Die Waldbrandintensität hat zudem einen erheblichen Einfluss auf die Regenerationsgeschwindigkeit des Systems. Generell ist die höchste stabilisierende Wirkung der untersuchten Baumarten bei der Buche und der Edelkastanie zu erwarten. Ein mittlerer Beitrag zur Hangstabilität ist bei Fichte und Flaumeiche vorhanden. Die restlichen Baumarten (Waldföhre, Birke, Götterbaum, Hanfpalme) entfalten nur eine geringe Wirkung.

Mit dem erworbenen Wissen wurde ein Entscheidungsbaum für die Praxis erstellt, der eine Hilfestellung für die Entscheidung der notwendigen Massnahmen je nach Waldbrandfall im Schutzwald gegenüber flachgründigen Rutschungen bietet.



Hier können Sie den vollständigen Bericht runterladen:

2016.10_Schutzwirkung_nach_Waldbrand
.pdf
Download PDF • 20.73MB

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auf ARAMIS.




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