07 Sep 2022

Messung und Bewertung von Optimierungen in der Rohholzlogistik 

WHFF Projekt 2018.05 

Autoren: Lorenz Diefenbach, Mélanie Thomas 

 

Das Wichtigste in Kürze 

 

  • Eine höhere Nutzlast wirkt sich positiv auf die Gesamttransportkosten aus.  
  • Rückfrachten führen zu einer erheblichen Reduktion der Kostenbelastung, weil nicht sämtliche Kosten dem Rundholz belastet werden.  
  • Die Rohholzlogistik und die darin anfallenden Aufgaben sind in ein komplexes System eingebunden. Um Entscheidungen zu erleichtern, kann intelligente und an die entsprechenden Bedürfnisse angepasste Software hilfreich sein.  
  • Wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung sind: freie marktwirtschaftliche Bedingungen, Motivation und Wissenstransfer.  
  • Eine frühzeitige strategische Ausrichtung der Branche mit klaren Positionen kann das Image verbessern und zu einer Reduktion des CO2-Ausstosses beitragen.  

 

 

 

Projektbeschreibung 

Weil der Transport vom Wald zum Holzverarbeiter einen beträchtlichen Teil der Holzversorgungskosten ausmacht und in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen zugenommen hat, wurden Optimierungspotenziale zur Kosteneinsparung analysiert und Praxistests durchgeführt, um zu verstehen, wo Verbesserungspotenziale bestehen.  

Basierend auf einer Literaturrecherche wurden technische und organisatorische Ansätze zur Senkung der Transportkosten in der Rohholzlogistik identifiziert, beschrieben und hinsichtlich ihrer möglichen Anwendung in der Schweiz bewertet. Nach der Zusammenstellung wurde festgelegt, welche dieser Ansätze von welchem Praxispartner auf ihre Einsatztauglichkeit geprüft werden sollen, um konkrete Einsparpotenziale zu identifizieren. 

Für die Praxistests im Technologieteil wurden sechs verschiedene Lastwagen eingesetzt. Die LKWs unterschieden sich in ihrer Ausstattung (mit / ohne Kran, Anhänger aufladbar oder nicht und somit auch in der maximal möglichen Nutzlast) und ihre Bewegungen wurden mit einer frei verfügbaren Smartphone-App aufgezeichnet.  

Schlussfolgerungen 

Die Ergebnisse des Technikteils zeigten, dass die durchschnittliche Auslastung der Nutzlast der LKWs sehr hoch ist und wenig Optimierungspotenzial bietet. Letztlich zeigten die Tests eine Tendenz zu einem linearen Zusammenhang zwischen folgenden Faktoren: 

  • Gesamttransportkosten und Transportentfernung; 
  • Gesamttransportkosten pro Tonnenkilometer und Nutzlast; 
  • Gesamttransportkosten pro Stunde und Nutzlast.  

Zusammenfassend wurde festgestellt, dass die günstigste Variante der Strassentransport mit Rückfracht ist, da ein Teil der Kosten auf das Produkt Rückfracht umgelegt werden kann. 

Optimierungspotenzial besteht im Einsatz effizienterer Systeme für die Ladungssicherung auf den Waggons, die Verladung der Flats auf die LKWs und die Verkürzung der Wartezeiten für die Holzkäufer. Welche Transportvariante im Kombinierten Verkehr die wirtschaftlichste ist, hängt stark von den Ausgangsbedingungen ab (z.B. Entfernung Wald – Bahnhof oder Bahnhof – Werk). 

Die durchgeführten Feldversuche bestätigen auch, dass für signifikante und aussagekräftigere Ergebnisse eine Erhöhung der Anzahl der Wiederholungen pro LKW-Modell erforderlich ist. Die Umsetzung würde eine automatische und vollständige Datenerfassung erfordern, um den Aufwand für die Datenauswertung zu reduzieren und gleichzeitig die Datenqualität zu sichern. 

Dies könnte dazu beitragen, die Transportvarianten zu vergleichen und die kostengünstigste Lösung in Abhängigkeit von den Entfernungen zwischen Wald, Station und Kunde vorzuschlagen und allgemein die Entscheidungsfindung in dieser Branche zu unterstützen. 

Das Projekt wurde von der Wald- und Holzforschungsförderung Schweiz WHFF-CH des Bundesamt für Umwelt BAFU unterstützt. 

Download